Gleise durch die Geschichte: Draisinefahr’n auf der Kanonenbahn

Wo früher Militärzüge Ausrüstung transportierten und später Personenzüge Kinder zur Schule brachten, rosten die Schienen. Heute kann man Bahnfahren mit eigener Muskelkraft: mit Hebel- und Fahrraddraisinen.

Ausgangspunkt ist die Kleinstadt Zossen südlich von Berlin. Gleich am Bahnhof beginnen verschiedene Touren der Erlebnisbahn über die alte „Kanonenbahn“. Die Bahnlinie folgt dabei zunächst dem schmalen Nottekanal durch die Feuchtwiesen der Notteniederung. Die Wasserverbindung wurde vor 400 Jahren gebaut, um Ziegelsteine und Gips aus den naheliegenden Ziegeleien und Gipsbrüchen zu transportieren. Weiter geht über die Felder und durch Laub- und Kiefernwälder in den Niederen Fläming.

Rückblick ins 19. Jahrhundert: In der Gründerzeit wuchs die neue Reichshauptstadt rasch heran. Für die Schießplätze der preußischen Armee gleich hinter den Stadttoren war kein Platz mehr. So fasste das Kriegministerium den Entschluss, den Artillerie-Übungsplatz bei Tegel zu verlegen. Um das neue, unbesiedelte Gelände in der Nähe von Sperenberg zu erschließen, bauten Soldaten die Königlich-Preußische Militäreisenbahn. 1875 wurde sie eröffnet. Die „Kanonenbahn“ verlief von Schöneberg über Zossen bis zum Schießplatz Cummersdorf.

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